Theaterfestival FAVORITEN 2018: 07. - 16. SEPTEMBER 2018 IN DORTMUND +++ BEWERBUNGEN AB SOFORT MÖGLICH

kgi
Transformers

Ort: Werkhalle Union-Gewerbehof / AUSMALSAAL
Termin: 1. Oktober, 21:00 Uhr

180 Minuten mit Pause

 

(c) Björn Stork

Was machen wir nun mit unserer verlorenen Zeit, wenn sie auch noch verlogen ist? kgi verbündet sich mit denen, die auch nicht genau weiterwissen. In Transformers eignet sich ein heterogenes Ensemble Tanz an, nicht um sich auszudrücken, sondern um mit sanftem Dilettantismus die Gegenwart der Dinge einzudrücken, um die beschädigten Gesten und die unglaubwürdigen Figuren zu verwandeln.

Die Transformers waren in den 1980ern Plastikfiguren, die sich mit wenigen Handgriffen verwandeln ließen, „in Fahr- oder Flugzeuge, Alltagsgegenstände oder Tiere“ (Wikipedia). kgi hat sich in Mülheim/Ruhr umgeschaut und Verbündete gefunden, die sich ebenfalls transformieren wollten: Es sind Rentner*innen, Geflüchtete, Arbeitslose, Kinder und andere Künstler*innen, die mit die Bühne betreten, während das Publikum Getränke und Snacks konsumiert. Gemeinsam gelingt ihnen, was angesichts des neoliberalen Spardiktats und der Krisen allerorts undenkbar schien: Sie stellen sich der Zeit entgegen, einfach durch Bewegung, durch Tanz, auch wenn niemand von ihnen gelernt hat, wie das geht. Nach dem ungefähren Motto: Everything you can do, I can’t do better.

Aber legen wir trotzdem los. – Als kollektive Dilettanten, eben als Transformers, fragen sie danach, was Zeit heute sein kann: Ist sie ein Machtinstrument, das uns zur 24/7-Arbeit anhält und nur auf die Effizienz schielt? Oder ermöglicht sie es uns, gemeinsam zu sein, gemeinsam die Gegenwart zu überprüfen und die Zukunft zu entwerfen? Vielleicht auch nur, um sie wieder zu verwerfen. Tanz als etwas, das immer nur kurz ist, um dann wieder zu verschwinden, kann vielleicht am besten über uns Auskunft geben. Und im Hand- oder Beinumdrehen wird die Dystopie zur Utopie.

Das Theaterkollektiv kgi setzt sich aus Absolvent*innen und Studierenden der HfS Ernst Busch, der Hochschule für bildende Künste in Hamburg und des Institutes für angewandte Theaterwissenschaften in Gießen zusammen. Seit 2012 entstanden Produktionen am Maxim Gorki Theater, Berlin, am Mainfrankentheater in Würzburg und am Ringlokschuppen Ruhr. Der Schwerpunkt der kollektiven Arbeitsweise ist die Untersuchung realer Theatralitäten und theatraler Realitäten.

CREDITS

Mit: Ahmad Zedan, Alexander Buers, Aurel Bergkemper, Dominik Meder, Elena Friedrich, Fritz Stockhofe, Jennifer Bartsch, Jens Bluemlein, Justin Riedel, Khousrou Mahmoudi, Maria Vogt, Mike Vojnar, Nils Weishaupt, Nino Felicio, Pascal Gehrke, Rahel Barra, Sara Smeets, Simon Kubisch und Stefanie Dörr

Eine Produktion von kgi in Koproduktion mit Ringlokschuppen Ruhr und Theater Oberhausen. Gefördert vom Ministerium für Familie, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW und der Kunststiftung NRW.